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Inspiration

Sind Blogs wirklich tot?

Ich glaube 2008 habe ich das erste Mal WordPress auf einen eigenen Server installiert. Damals waren Blogs ein heißes Ding. Heute wirken Blogs zwischen Instagram, Youtube und TikTok ziemlich altbacken.

Welcher Mensch verfügt heute noch über eine so große Aufmerksamkeitsspanne, dass er Texte mit mehr als 300 Wörtern liest? Vor allem wer macht sich noch die Mühe einen eigenen Text zu schreiben, den man ohnehin 10x korrigieren muss und oft viel Zeit in Anspruch nimmt?

Es ist doch viel einfacher ein Bilder oder Video auf Instagram hochzuladen. Ich muss zugeben, früher habe ich hier auch mehr veröffentlicht, aber es wurde viel häufiger kommentiert, Blogger haben sich gegenseitig empfohlen und waren viel aktiver.

Es gibt noch wenige Mitstreiter aus der damaligen Zeit die immer noch aktiv sind wie z.B. Runomatic, der Harelrunner, Unser Weg oder Ultra ist gut. Interessanterweise alles Blogs, die ungefähr zur gleichen Zeit wie ich das erste Mal über ihre Lauferlebnisse und Erfahrungen berichtet haben. Viele andere Blogs die ich damals verfolgt habe sind zwar immer noch vorhanden, werden aber nicht weiter gepflegt. Schade eigentlich.

Warum?

Da kann man sich schon mal die Sinnfrage stellen, ob sich der ganze Aufwand überhaupt noch lohnt. Die Frage habe ich mir in den letzten Jahren schon öfters gestellt und trotzdem stecke ich nicht den Kopf in den Sand.

So anstregend es auch manchmal ist, tut es mir gut einfach mal meinen Gedanken oder meiner Meinung freien Lauf zu lassen. Hin und wieder bekomme ich Resonanz, nicht mehr so häufig wie früher, aber es gibt immer nich ein paar Stammleser. Alleine deswegen lohnt es sich weiter zu machen.

Blogs sind rein subjektiv, dafür aber sehr persönlich und haben ihren eigenen Charme. Man muss nicht alles mögen, aber darauf kommt es ja nicht an. Jeder der sein eigenes Blog betreibt, investiert Zeit in das Hosting, die Pflege der Website und muss ich um „sein Baby“ kümmern.

Der für mich wichtigste Grund das hier weiter zu betreiben ist UNABHÄNGIGKEIT. So verlockend Instagram, YouTube & Co. auch sein mögen, man macht sich zu 100% abhängig. Jeder dieser Konzerne kann von heute auf morgen sein Geschäftsmodel oder Algorithmus ändern und schon steht man auf verlorenen Posten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passieren kann? Gegenfrage: Wer hätte gedacht das Twitter so schnell dem Erdboden gleich gemacht wird?

Soziale Netzwerke kommen und gehen. Mit einem eigenen Blog habe ich es selber in der Hand. Macht mein Webhosting Probleme, gehe ich einfach wo anders hin.

Die Zeit ändern sich nun mal

Das Internet ist nicht mehr das Internet von vor 20 Jahren. Das heutige Internet besteht für viele Menschen nur aus Google, Meta und ein paar anderen Konzernen. Da sind Blogs vielleicht nicht mehr ganz so relevant wie früher, aber sie tragen immer noch zur Vielfalt im Internet bei.

Trotzdem stelle ich hier eine gewagte Prognose für die Zukunft: Soziale Netzwerke kommen und gehen, Blogs bleiben.

17 Kommentare

  • Lutz Balschuweit

    Für mich bleiben Blogs auch weiterhin ein sinnvolles Medium. Meines werde ich auch weiterhin betreiben, parallel zu allen weiteren Kanälen. So erreiche ich eine möglichst breite Zielgruppe und kann Werbung für meinen Sport machen. Viele Grüße

    • Daniel

      Ich bewundere dein Ausdauervermögen jeden Tag auf eurem Blog etwas zu vveröffentlichen.
      Schade das du die Kommentarfunktion bei dir deaktiviert hast, kann ich aber auch verstehen. 😉

      Ansonsten stimme ich dir voll und ganz zu.

  • Thomas

    Hi Daniel,

    das sehe ich genau so wie Du – aus den gleichen Gründen. Und Twitter ist ein sehr gutes Beispiel: warum sollte ich meinen Content einem Unternehmen schenken, das jederzeit den Dienst einstellen könnte? Oder bei dem ich Gefahr laufe, nicht alles veröffentlichen zu können, weil es irgendwelchen Richtlinien nicht entspricht?

    Blogs bieten mir den Platz, mich mal richtig auszubreiten und ein Thema so tief zu beschreiben, wie ich es möchte. Der Content ist ausserdem dauerhaft verfügbar und nicht schon am nächsten Tag aus den Feeds und Köpfen wieder verschwunden.

    Trotzdem kommen auch wir Blogger wahrscheinlich nicht drumherum, andere Kanäle parallel zu betreiben – und sei es nur, um auf einen neuen Blog-Beitrag aufmerksam zu machen.

    Für mich hat WhatsApp übrigens das Kommentieren scheinbar abgelöst: durch das Angebot, direkt mit mir in Kontakt zu treten, laufen sehr viele Rückfragen und Diskussionen über diesen Weg. Davon profitieren leider die anderen Leser des Beitrags dann nicht. Aber es ist für mich dann trotzdem der Beweis, dass Blogs nicht tot sind.

    Sportliche Grüße,
    Thomas

  • Oliver

    Blogs und Feedreader erleben sogar grade wieder eine Renaissance, so beobachte ich das jedenfalls. Und das ist gut so. Je individueller und persönlichen, desto besser. Clickbait Beiträge kann ich auch woanders lesen (bzw ignorieren).
    Einfach immer weiter schreiben 🙂

    • Yvonne

      Für mich sind Blogs nach wie vor das einzig genutzte Medium dieser Art, da ich weder Youtube noch sonstige social media Dienste nutze.

      Warum? Ich lese lieber Beiträge, die mir einen Mehrwert bieten als permanent mit (teils völlig irrelevanten) Informationen versorgt zu werden.

      Du hast Recht, früher wurde mehr kommentiert. Es ist einfach bequemer, einen Artikel (oft direkt im Posteingang) zu lesen und unkommentiert zu lassen. Gut und einfach für den Konsumenten, weniger schön für den, der sich die Arbeit und Mühe macht.

      Danke Daniel, dass du uns weiterhin an deinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lässt.

  • ultraistgut

    Dieses Thema hatte ich auch erst kürzlich !! Von den vielen Blogs, die ich seit 2007 mit verfolgte, sind auch nicht nur eine handvoll übrigggeblieben, einer nach dem anderen verschwand lautlos von der Bildfläche. Schade, aber auch für mich kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, auch wenn sich die Leser und Kommentierer dementsprechend minimiert haben.

    Wir machen weiter, lassen uns nicht beirren – Laufen macht Spaß und das Bloggen auch !!

    Alles Gute für 2024

  • Ernst

    Hallo Daniel, ich stimme dir vollkommen zu – aber gerade die Unabhängigkeit eines eigenen Blogs ist vielleicht das Beständige in den nächsten Jahren – mal schauen…
    Jedenfalls danke für deine Beiträge und Tipps, du bleibst auf jeden Fall abonniert 😉

    Einen guten Start ins Neue Jahr!

  • Tillmann

    Vielen Dank für Deinen Artikel. Ich habe das Laufen und Blogs erst vor relativ kurzer Zeit für mich entdeckt (ca. 4 Monate). Über die positiven Effekte des Laufens brauche ich hier wohl nichts zu schreiben.

    An Blogs gefällt mir, dass sie nicht so effekthascherisch sind wie Tik Tok, Instagram und Co und nicht so verkürzt wie Twitter. es ist möglich auch einen längeren Gedankengang darzustellen. Dadurch scheint mir auch das Publikum viel angenehmer zu sein.

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